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Storytelling

Der Vorschlag, Schülerinnen und Schüler „Weitererzähltexte“ zu Ende erzählen zu lassen, stammt aus der produktionsorientierten Didaktik. Schülerinnen und Schüler werden so zu einem kreativen Umgang mit Texten angeregt.

Anmerkung: Als Ergänzung für die nachfolgenden Informationen haben wir „Weitererzähltexte“ mit möglichen Aufgabenstellungen konzipiert.
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Der Unterricht zu ethisch relevante Problemstellungen wie der embryonalen Stammzellforschung erfordert nicht nur eine Einübung der Praxis des Argumentierens, sondern darüber hinaus auch die Förderung weiterer Kompetenzen wie zum Beispiel die Fähigkeiten zu Empathie und Kontextsensitivität oder die Bereitschaft zur Vornahme von Perspektivenwechseln. Hierzu dienen – neben Plan- und Rollenspielen, Streitgesprächen oder dem Aufsuchen von „authentischen Lernorten“ – auch verschiedene „produktionsorientierte“ Lernverfahren.

 

Der Vorschlag, Schülerinnen und Schüler „Weitererzähltexte“ zu Ende erzählen zu lassen, stammt aus der produktionsorientierten Didaktik. Schülerinnen und Schüler werden so zu einem kreativen Umgang mit Texten angeregt. Sie werden dazu motiviert, im Unterricht ein eigenes Produkt herzustellen, das zum Gegenstand der weiteren unterrichtlichen Auseinandersetzung wird.

 

Die Arbeit mit Weitererzähltexten wird in mehreren, gleich wichtigen Phasen organisiert:

  1. In einer Lesephase lesen die Schülerinnen und Schüler entweder jeweils für sich, in Partnerarbeit oder auch in der Gruppe, den Ausgangstext. Dabei kommt es auf eine möglichst genaue Lektüre an: Was genau wird erzählt? Was erfährt man über die handelnden Personen? Was über ihre Einstellungen, Gedanken oder Gefühle?
  2. In der daran anschließenden Schreibphase verfassen die Schülerinnen und Schüler eigene Texte, in denen sie die Geschichte mit eigenen Worten weiter bzw. zu Ende erzählen. In dieser Phase ist insbesondere die Kreativität und Phantasie der Schülerinnen und Schüler gefordert.
  3. In einer Präsentations- und Auswertungsphase schließlich stellen die Schülerinnen und Schüler ihre Produkte in der Klasse vor und zur Diskussion. Die vielfältigen, unterschiedlichen, einander möglicherweise widersprechenden „Lösungen“, die sich in den fertigen Erzählungen widerspiegeln, werden zum Ausgangspunkt der weiteren unterrichtlichen Auseinandersetzung mit dem Thema.

Weitere Möglichkeiten eines produktionsorientierten Umgangs mit Texten können zum Beispiel darin bestehen, „Lückentexte“ ergänzen, Sprechblasen aufzufüllen, Briefe zu verfassen und so weiter.

Produktionsorientierte Lernverfahren eröffnen den Lernenden so die Möglichkeit, durch einen produktiven Umgang mit Medien ethisch relevante Sachverhalte zu reflektieren und insbesondere eigene Vorverständnisse zu identifizieren, zu analysieren und zu kritisieren.



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