Für Ausdruck sammeln Diese Seite per E-Mail empfehlenDiese Seite drucken

Einsatz der iPS Technologie in der Toxizitätsprüfung neuer Substanzen

iPS Zellen sind besonders interessant zur Untersuchung humanspezifischer Toxizität von Wirkstoffen.

In diesem Zusammenhang sind unter anderem aus iPS-Zellen abgeleitete Leberzellen relevant, die zur Untersuchung der humanspezifischen Lebertoxizität von Wirkstoffen herangezogen werden. Obwohl bekannt ist, dass die Lebertoxizität einer der häufigsten Gründe für den Rückzug eines Medikamentes vom Markt ist und zudem Arzneimittel-induzierte Leberschäden einen der häufigsten Ursachen für ein akutes Leberversagen darstellen, waren bisher geeignete Zellkultur-Modelle, mit denen sich das toxische Potential von Wirkstoffen für die Leber zuverlässig abschätzen lässt nicht vorhanden.

Grund dafür waren die gegenwärtig unzureichenden konventionellen tierischen und humanen Zelllinien, die den humanen Leberstoffwechsel nur unzureichend wiederspiegeln. Zudem sind humane Leberzellen, gewonnen aus nicht transplantierbaren Spenderorganen, zur Etablierung von Modellsystemen nur sehr eingeschränkt und nur in sehr schwankender Qualität verfügbar.

 

Durch die iPS-Zelltechnologie und der gezielten hepatischen Differenzierbarkeit von iPS-Zellen lässt sich dieser relevante Engpass nun nicht nur für Leberzellen, sondern auch für Nervenzellen und Herzmuskelzellen beheben, so dass zukünftig aussagekräftige und zuverlässige humane Zellkultur-Modelle für pharmakologische und toxikologische Tests realisierbar sind.

Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin Institut für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen Centrum für Bioethik - Westfälische Wilhelms-Universität Münster Zentrum der Didaktik für Biologie - Westfälische Wilhelms-Universität Münster Universitätsklinikum Münster Bundesministerium für Bildung und Forschung