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Anwendung adulter Stammzellen

Die ersten adulten Stammzellen, die entdeckt wurden, waren die blutbildenden Stammzellen des Knochenmarks (hämatopoietische Stammzellen).

Diese wurden früher unter Vollnarkose aus dem Knochenmark gewonnen und können heute nach Gabe bestimmter Medikamente direkt aus der Blutbahn isoliert werden. Ähnliche blutbildenden Stammzellen finden sich auch in großer Zahl im Nabelschnurblut von Neugeborenen. Diese Zellen sorgen für die Aufrechterhaltung des Blutsystems und bilden kaskadenförmig sämtliche Zellen des Blutsystems: rote Blutkörperchen (Erythrozyten), die verschiedenen weißen Blutkörperchen (Leukozyten) sowie Blutplättchen (Thrombozyten). Sie lassen sich aufgrund verschiedener Oberflächenmarker sehr gut charakterisieren, so dass die echten Stammzellen von den verschiedenen Vorläuferzellen und spezialisierten Zellen getrennt werden können.

Erfolge bei Leukämie, bei Herzinfarkt dagegen nicht

Bei der Behandlung einer Leukämie oder anderer Bluterkrankungen (z.B. Thalassämie), und auch nach einer Hochdosis-Chemotherapie mit irreversibler Schädigung des Knochenmarks finden diese adulten Stammzellen bereits seit vielen Jahren klinische Anwendung.

 

Eine Reihe von Herzzentren hat in den letzten Jahren erste klinische Studien zur Zellersatztherapie nach Herzinfarkt mit Stammzellen aus dem Knochenmark durchgeführt. In zwei untersuchten Studien aus Hannover und Frankfurt konnte eine statistisch signifikante Verbesserung in den ersten Monaten nach der Zelltransplantation im Vergleich zur unbehandelten Kontrollgruppe nachgewiesen werden. In einer Nachuntersuchung nach 18 Monaten konnte diese Verbesserung dann jedoch nicht mehr nachgewiesen werden. Die zugrunde liegenden Mechanismen dieser Funktionsverbesserung sind demzufolge noch nicht bekannt. Die Tatsache, dass die Funktionsverbesserung in den ersten Monaten zwar statistisch messbar, aber doch insgesamt recht gering ausgeprägt ist, macht weitere Untersuchungen nötig, bevor es zu einer breiten klinischen Anwendung kommen kann. Denn die bisherigen klinischen Versuche konnten nicht zweifelsfrei den Nachweis erbringen, dass die Therapie mit den adulten Stammzellen zu einer gesundheitlichen Verbesserung der Patienten geführt hat.

 

Neben den Knochenmarkszellen werden bereits Stammzellen aus dem Fettgewebe oder aus der Haut für verschiedene Therapien etwa zum Ersatz von Knorpelgewebe oder zur Behandlung von Hautdefekten nach großflächigen Verbrennungen eingesetzt.

Allen Zelltransplantation ist gemein, dass auf eine Gewebe-Verträglichkeit der transplantierten Zellen geachtet werden muss, die mit Hilfe starker Medikamente (Immunsuppressiva) zur Unterdrückung des Immunsystems erreicht werden muss, wenn nicht Patienten-eigene Zellen eingesetzt werden können.

 

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