CRISPR/Cas9 Methode

Mit der CRISPR-Methode schützen sich Bakterien gegen angreifende Phagen und Viren. Die Grundlage ist ein Enzym namens Cas9, das mit Hilfe eines kurzen RNA-Abschnitts, der so genannten guide RNA, an seine Ziel-DNA geleitet wird.

Die DNA-Sequenzen namens CRISPR (clustered regularly interspaced short palindromic repeats) sind Teil eines bakteriellen Abwehrsystems und wurde eigentlich schon vor 28 Jahren entdeckt. Mit der CRISPR-Methode schützen sich Bakterien gegen angreifende Phagen und Viren.

 

Die Grundlage ist ein Enzym namens Cas9, das mit Hilfe eines kurzen RNA-Abschnitts, der so genannten guide RNA, an seine Ziel-DNA geleitet wird. Dort fügt es Brüche in den DNA-Strang ein, wobei Gene zerstört oder gewünschte Sequenzen eingefügt werden können. Wie genau dieser Mechanismus funktioniert, fanden zwei Forscherinnen vor drei Jahren heraus: Jennifer Doudna und Emmanuelle Charpentier. Die Wissenschaftlerinnen erkannten, wie man mit Crispr mehr als nur Phagen-DNA eliminiert, wenn man sich die hohe Effizienz des punktgenauen Einfügens von DNA-Brüchen für die gezielte DNA-Reparatur zu Nutze macht.

Preiswert und effizient

Mit der CRISPR/Cas9-Technologie lassen sich neue DNA-Abschnitte einfügen oder unerwünschte Passagen der DNA löschen. Sogar die epigenetische Regulation des Erbguts können Forscher mit dem CRISPR/Cas9-System steuern.

Man fasst diese vielfältigen Arten der genetischen Bearbeitung als sogenanntes Genome Editing zusammen. Alles, was dazu benötigt wird, ist die Zielsequenz in der DNA und das CRISPR/Cas9-System mit den passenden guide-RNAs.

Im Gegensatz zu älteren Methoden des Genome Editings wie die Zink-Finger- oder TALEN-Technologie ist das CRISPR/Cas9-System sehr preiswert und relativ effizient, weswegen es als entscheidender und Nobelpreis-verdächtiger Durchbruch für die Korrektur von genetischen Veränderungen angesehen wird.

 

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