Speziesargument

Das Spezies-Argument behauptet, dass jedes Mitglied der Spezies Mensch als menschliches Lebewesen schutzwürdig ist.

In den Debatten um die Gewinnung von humanen embryonalen Stammzellen – aber auch um die Präimplantationsdiagnostik oder den Schwangerschaftsabbruch – spielt das Speziesargument, eines der sogenannten SKIP-Argumente, eine wichtige Rolle. Viele, die menschlichen Embryonen einen intrinsischen moralischen Status zuschreiben, sehen dafür in dem Umstand, dass menschliche Embryonen der biologischen Spezies Mensch angehören, eine entscheidende Begründungsbasis. Das Spezies-Argument behauptet, dass jedem Mitglied der Spezies Mensch als menschlichem Lebewesen Würde und Lebensschutz zukommt.

Einwände gegen das Speziesargument

Ein häufig gegen das Speziesargument vorgebrachter Einwand lautet: Wer einem Wesen nur deshalb einen Anspruch auf moralischen Schutz zuspricht, weil es einer bestimmten biologischen Spezies angehört, begeht einen sogenannten naturalistischen Fehlschluss oder auch Sein-Sollen-Fehlschluss: Die Ableitung einer Norm aus einem Faktum ist unzulässig.

Speziesargument und Menschenwürde

In der Regel sind die Vertreterinnen und Vertreter dieses Arguments aber gar nicht der Auffassung, es liege allein an der biologischen Zugehörigkeit zur Spezies. Typischerweise sie vielmehr der Auffassung, die biologische Spezieszugehörigkeit sei mit bestimmten wertverleihenden Eigenschaften unauflöslich verknüpft. Um dies plausibel zu machen, nehmen sie beispielsweise die religiöse Idee der Gottesebenbildlichkeit des Menschen in Anspruch oder berufen sich auf das Prinzip der Menschenwürde.


Tiefergehende Informationen

Zum Weiterlesen:

 

Merkel, Reinhard (2001): Rechte für Embryonen? Die Menschenwürde läßt sich nicht allein auf die biologische Zugehörigkeit zur Menscheit gründen. - in: Geyer, Christian (Hrsg.): Biopolitik. Die Positionen. - Suhrkamp Verlag, Frankfurt a.M., S. 51-64.

 

Gregor Damschen, Dieter Schönecker (Hg.). Der moralische Status menschlicher Embryonen. Berlin, New York 2003. Das Buch behandelt alle SKIP-Argumente. Zu jedem Argument wird sowohl eine Pro- wie auch eine Contra-Position entwickelt.

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