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Dilemmamethoden

Viele Unterrichtsmethoden leiten zu einer strukturierten Bearbeitung von Situationen an, die Möglichkeiten für moralische Dilemmata beinhalten. Zusammenfassend werden sie als Dilemmamethoden bezeichnet.

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2. Schritt: Differenzierte Analyse der Dilemmasituation

Das Ziel dieses Schrittes ist es, den Schülern Wege zu einer fundierten Urteilsbildung aufzuzeigen. Außerdem soll durch die Erweiterung der Perspektive über die eigene Person und Einstellung hinaus das Verständnis für andersartige Positionen gefördert werden. Die Analyse erfolgt in mehreren Schritten:

  • Definieren des Dilemmas
    Ein rationales Urteil ist nur möglich, wenn Entscheidungssituationen auch in ihrer ganzen Komplexität wahrgenommen werden. Daher sollten die Schüler die deskriptive Seite des vorgestellten Dilemmas mit eigenen Worten richtig wiedergeben können. Insbesondere bei bioethischen Dilemmata ist es wichtig, dass die naturwissenschaftlichen Fakten der Situation korrekt erfasst werden. Dazu gehört z. B. bei Dilemmata zur Stammzellforschung eine genaue Klärung der Frage, wie embryonale Stammzellen gewonnen werden und was dabei mit dem Embryo geschieht.
  • Analyse von Handlungsoptionen und deren Folgen für Betroffene
    In einer Entscheidungssituation stehen sich mehrere Handlungsmöglichkeiten gegenüber. Die Analyse der Folgen aller Handlungsmöglichkeiten ist Vorraussetzung für ein fundiertes Urteil. Die Kenntnis der Folgen möglicher Entscheidungen ist außerdem eine Bedingung für die Übernahme von Verantwortung für das eigene Urteil.
  • Klärung der betroffenen Werte und Normen
    Durch die Identifikation der Normen und Werte, die von einer moralischen Dilemmasituation berührt werden können, können Entscheidungsmöglichkeiten auf die Ebene der betroffenen moralischen Prinzipien und Ziele zurückgeführt werden. Dies ist eine wichtige Bedingung für ein rationales Urteil.
  • Sammlung von Argumenten für und wider die Handlungsoptionen
    Die logische Ableitung von Schlussfolgerungen aus Prämissen geschieht in Form von Argumenten. Das soll hier geübt werden, denn Argumente bilden das Kernstück von Diskussionen und Dialogen zur Bewältigung ethischer Konflikte.
  • Vergleichende Analyse verschiedener Argumente
    Hier sollen die Wertehorizonte und Denktraditionen herausgearbeitet werden, die verschiedenen Arten von Argumenten zugrunde liegen. Da verschiedene Urteile logisch von bestimmten, aber eben unterschiedlichen Wertehorizonten abgeleitet werden können, Entwickeln die Schüler ein Grundverständnis für die Berechtigung unterschiedlicher Urteile.
    Unterschiedliche Argumente werden dazu bezüglich ihrer deskriptiven und präskriptiven Aussagen und Normen analysiert. Dabei sollte versucht werden, Argumente zu klassischen ethischen Denktraditionen wie dem Konsequentialismus / Utilitarismus und der deontologischen Ethik (Pflichtethik) in Beziehung zu setzen.
    Ergänzend dazu können Argumente auch in Anlehnung an „typische“ Argumente zum Thema Stammzellen geordnet werden.

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Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin Institut für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen Centrum für Bioethik - Westfälische Wilhelms-Universität Münster Zentrum der Didaktik für Biologie - Westfälische Wilhelms-Universität Münster Universitätsklinikum Münster Bundesministerium für Bildung und Forschung

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