Potenzial adulter Stammzellen

Bisher konnten noch keine adulten Stammzellen gefunden werden, welche die definierten Kriterien für pluripotente Zellen zweifelsfrei erfüllen.

So scheint es beispielsweise nicht möglich, eine Stammzelle aus dem Knochenmark in eine funktionell bedeutsame Insulin-produzierende Zelle der Bauchspeicheldrüse oder eine Nervenzelle umzuwandeln (transdifferenzieren). Allerdings gibt es Hinweise auf eine gewisse Plastizität multipotenter Stammzellen, d.h. es gibt Ergebnisse, die belegen, dass solche Stammzellen nicht nur die ursprünglich vorgesehenen Zelltypen sondern weitere „benachbarte“ Zellarten bilden können.

 

Transdifferenzierung

 

Die genauen Mechanismen dieser Plastizität, z.B. eine echte Transdifferenzierung (direkte Umwandlung) im Gegensatz zu einer Zurückentwicklung (De-Differenzierung) und Neu-Spezialisierung (Re-Differenzierung) ist zurzeit noch Bestandteil der Grundlagenforschung. Dies wertet adulte Stammzellen nicht für etwaige Therapien ab, belegt aber, dass sie im Vergleich zu embryonalen Stammzellen wohl ein geringeres Potenzial der Differenzierung besitzen.

 

Ein weiteres Problem, welches bei der Zellersatztherapie mit Stammzellen zu berücksichtigen ist, ist dass Problem der Zellzahl: Da adulte Stammzellen einen extrem langsamen Teilungszyklus besitzen, ist es zurzeit noch nicht möglich, adulte Stammzellen in der Zellkulturschale nennenswert zu vermehren, ohne dass sie ihre grundlegenden Eigenschaften verlieren. Um eine mögliche Zellersatztherapie durchführen zu können, müssen jedoch diese Zellen in großer Anzahl vorhanden sein. Bislang geht man davon aus, dass beispielsweise für eine Zellersatztherapie nach einem Herzinfarkt mehr als 100 Millionen Zellen benötigt würden.

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