Zelltherapie bei neuronalen Erkrankungen

Die Therapie von Erkrankungen des zentralen Nervensystems (ZNS) mittels einer Stammzelltransplantation ist für einen Reihe von Erkrankungen in experimentellen Tiermodellen untersucht worden.

Obwohl diesen Erkrankungen gemeinsam ist, dass sie alle auf dem Verlust von neuronalen Zellen beruhen, benötigt jede Erkrankung eine individuelle, auf die Erkrankung abgestimmte Therapie durch Stammzellen, da Entstehung, Qualität und Verlauf der einzelnen Erkrankungen sehr unterschiedlich sind.

Entweder akuter oder schleichender Prozess

Verletzungen der Wirbelsäule durch Unfälle stellen akut auftretende neuronale Erkrankungen dar, während die Parkinson Erkrankung, die Huntington Erkrankung oder die Alzheimer Erkrankung durch einen langsam auftretenden und dann fortschreitenden Verlust von Neuronen gekennzeichnet sind. Auch sind in den Erkrankungen unterschiedliche Zellen innerhalb des ZNS betroffen.

 

Die unterschiedlichen neuronalen Erkrankungen erfordern somit unterschiedliche Behandlungsstrategien durch Stammzellen. Das Ziel bei zellbasierten Therapien von akuten Verletzungen des Rückenmarks ist primär die Regeneration der beschädigten Neuronen, die über eine Stimulierung der noch vorhandenen Neuronen beziehungsweise über eine funktionelle Umgestaltung des betroffenen Bereichs innerhalb des Rückenmarks erfolgen kann.

 

Zellersatz oder Stimulation der Regeneration

 

Das Rückenmark besitzt ähnlich wie das Gehirn – wenn auch in geringerem Umfang – eine gewisse Plastizität für funktionelle Umgestaltungen. Ein reiner Zellersatz durch transplantierte Stammzellen, wie er bei anderen neuronalen Erkrankungen (Parkinson Erkrankung) oder beispielsweise beim Diabetes mellitus wichtig sein kann, steht bei zellbasierten Therapien von Querschnittslähmungen meist nicht im Zentrum des Ansatzes.

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