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Talmud

Talmud (hebräisch „Lehre“). Neben der hebräischen Bibel das Hauptwerk des Judentums. Er entstand in einem mehrhundertjährigen mündlichen und schriftlichen Überlieferungsprozess. In seinen beiden Textgestalten ist er das Ergebnis der Sammel- und Lehrtätigkeit der rabbinischen Akademien von Palästina (palästinensischer Talmud, Endredaktion um 500) und Babylonien (babylonischer Talmud, Endredaktion um 600).

Der Talmud besteht aus der Mischna, dem in 6 „Ordnungen“ (Sedarim) und 63 Traktaten thematisch geordneten jüdischen Religionsgesetz, und der Gemara, ihrer vielschichtigen Kommentierung, bestehend aus Haggada und Halacha. Inhaltlicher Schwerpunkt des Talmuds ist die Ableitung, Begründung, Diskussion und Formulierung von Grundsätzen für ein dem Willen Gottes (der Thora) entsprechendes Leben im umfassenden, über den kultisch-religiösen Bereich hinausweisenden Sinn. Charakteristisch für seinen Stil sind die dialektische Argumentationsweise und die abschließende Verdichtung des Diskussionsergebnisses in kurzen, prägnanten Lehrsätzen. Wirkungsgeschichtlich von Bedeutung war der babylonische Talmud. Als klassischer Talmudkommentar gilt der des Rabbi Raschi. Er wird in den rabbinischen Textausgaben des Talmuds mit abgedruckt und bildet noch heute mit diesem zusammen die Grundlage der religionsgesetzlichen Entscheidungen im Judentum.

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