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Ein Embryo im Anfangsstadium hat weder Nerven noch Gehirn. Er kann nicht f├╝hlen und schon gar nicht bewusst denken. M├╝ssen wir ihn trotzdem sch├╝tzen?

Um auf diese Frage eine Antwort geben zu k├Ânnen, muss man zwei Fragen unterscheiden: Die Frage nach dem Beginn menschlichen Lebens einerseits und die Frage nach dem Zeitpunkt, ab dem man es mit moralisch schutzw├╝rdigem menschlichen Leben zu tun hat andererseits.

W├Ąhrend auf die erste Frage eine biologische bzw. naturwissenschaftliche Antwort angemessen ist, geht es in der Frage nach dem Zeitpunkt, ab dem moralisch schutzw├╝rdiges menschliches Leben beginnt, um moralische Argumente. Letztlich geht es dabei also um spezifische Charakteristika, Eigenschaften oder F├Ąhigkeiten, wegen derer wir Embryonen f├╝r sch├╝tzenswert halten.

 

Empfindungsf├Ąhigkeit, das Einsetzen von Gehirnaktivit├Ąten oder die Ausbildung eines Selbstbewusstseins werden in diesem Zusammenhang tats├Ąchlich von manchen Ethikerinnen und Ethikern f├╝r zentral gehalten. W├╝rde und Lebensschutz kommt menschlichen Embryonen dieser Auffassung nach erst in dem Moment zu, wenn diese Eigenschaften oder F├Ąhigkeiten ausgebildet werden.

 

Andere sind demgegen├╝ber der Auffassung, dass menschliche Embryonen bereits ab dem Zeitpunkt der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle Charakteristika aufweisen, die ihnen W├╝rde und Lebensschutz garantieren. Das liegt, wie manche meinen, daran, dass menschlichen Lebewesen unabh├Ąngig von ihrem Entwicklungsgrad Menschenw├╝rde zukommt. Oder daran, wie andere glauben, dass menschliche Embryonen diese zentralen Eigenschaften oder F├Ąhigkeiten, zwar noch nicht besitzen, aber immerhin bereits das Potential dazu in sich tragen.

 

Die deutsche Gesetzeslage ist in dieser Frage eindeutig: Als Embryo und damit als sch├╝tzenswert gilt, wie es im Embryonenschutz-Gesetz hei├čt, bereits die befruchtete, entwicklungsf├Ąhige menschliche Eizelle vom Zeitpunkt der Kernverschmelzung an, sowie jede einem Embryo entnommene totipotente Zelle, die sich bei Vorliegen der daf├╝r erforderlichen weiteren Voraussetzungen zu teilen und zu einem Individuum zu entwickeln vermag.

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