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Sollten wir nicht unsere moralischen Bedenken hintanstellen, um den Standort Deutschland wirtschaftlich zu sichern?

ÔÇ×Moralisch sein hat seinen PreisÔÇť, hei├čt es. Manche meinen, dass ein Verzicht auf die Forschung mit embryonalen Stammzellen, wie manche meinen, zu einem Verlust von Arbeitspl├Ątzen oder Karrierechancen in Deutschland f├╝hrt. Sollten diejenigen, die moralische Bedenken gegen diese Forschungsrichtung haben, diese also nicht besser hintanstellen? Neigen wir nicht auch ansonsten im Alltag manchmal dazu, unseren ganz pers├Ânlichen Interessen den Vorzug zu geben? Sind moralische Beweggr├╝nde wirklich so wichtig, dass sie andere Interessen, zum Beispiel wirtschaftliche Interessen, immer ausstechen?

 

Viele Ethikerinnen und Ethiker vertreten tats├Ąchlich die Auffassung, dass moralische Urteile ÔÇ×unterordnende KraftÔÇť haben. Damit ist gemeint, dass moralische Gr├╝nde anderen Motiven gegen├╝ber stets Vorrang haben. Wer etwas f├╝r moralisch richtig h├Ąlt, sich aber nicht entsprechend verh├Ąlt, weil er stattdessen seinen Neigungen oder anderen nicht-moralischen Beweggr├╝nden folgt, handelt daher falsch. Er zeigt damit bestenfalls, dass er willensschwach ist. Das gilt dann auch f├╝r die Stammzellforschung: Wer zum Beispiel der Auffassung ist, dass menschlichen Embryonen W├╝rde oder Lebensschutz zukommen, muss den Preis der Moral zahlen.

 

Umgekehrt k├Ânnte man auch sagen: Wer wirtschaftliche Interessen in der Frage der Zul├Ąssigkeit der Stammzellforschung f├╝r wichtig oder vielleicht sogar f├╝r letztlich ausschlaggebend h├Ąlt, scheint die Frage nach dem moralischen Status menschlicher Embryonen bereits vorentschieden zu haben - n├Ąmlich in dem Sinne, dass er ihnen W├╝rde und Lebensschutz abspricht.

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