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Im Grundgesetz hei├čt es, die W├╝rde des Menschen ist unantastbar. Haben Embryonen nicht auch menschliche W├╝rde?

Nach g├Ąngiger Rechtsauffassung kommt menschlichen Embryonen bereits ab der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle Menschenw├╝rde zu. Die Antwort auf diese Frage scheint also einerseits einfach und eindeutig auszufallen. Andererseits wird der Begriff der Menschenw├╝rde in der bioethischen Diskussion sehr unterschiedlich verwendet.

 

So verwenden manche den Begriff der Menschenw├╝rde zum Beispiel dazu, die behauptete Sonderstellung des Menschen herauszustellen oder absolute Grenzen dessen zu markieren, was man mit Menschen tun darf.

 

Andere wollen mit dem Verweis auf die Menschenw├╝rde eine behauptete Unverrechenbarkeit und Unersetzbarkeit von menschlichen Personen zum Ausdruck bringen.

 

Wieder anderen geht es um ein Verbot der Instrumentalisierung von Menschen oder um die die (Selbst-)Achtung und die Selbstbestimmung von Personen beziehungsweise deren (physische wie psychische) Integrit├Ąt.

 

Manchmal ist mit dem Verweis auf die Menschenw├╝rde garnicht die W├╝rde von einzelnen Individuen gemeint, sondern vielmehr der Schutz eines bestimmten Menschenbildes bzw. die W├╝rde der Menschheit als Gattung.

 

Je nach dem, was man unter Menschenw├╝rde versteht, kann man (oder muss man) entsprechend auch menschlichen Embryonen Menschenw├╝rde zu- oder absprechen. Manche Ethikerinnen und Ethiker haben vor diesem Hintergrund vor einem inflation├Ąren Gebrauch des Begriffs der Menschenw├╝rde gewarnt oder haben den Verdacht ge├Ąu├čert, dass der Begriff der Menschenw├╝rde letztlich leer sei, beziehungsweise dass der Gebrauch des Menschenw├╝rde-Arguments h├Ąufig einfach nur eine Art argumentativen Notstand beheben solle.

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