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Das ganze menschliche Leben, von der Zeugung bis zum Tod, ist ein kontinuierlicher Prozess. Ist es deshalb nicht v├Âllig willk├╝rlich, dem Embryo weniger Schutz zukommen zu lassen als dem geborenen Menschen?

Dass die Entwicklung eines Menschen einen kontinuierlichen Prozess darstellt, der ohne gro├če Spr├╝nge oder Einschnitte verl├Ąuft, wird von kaum jemandem bestritten. Strittig sind jedoch die Folgerungen, die man aus diesem Umstand ziehen kann.

 

Manche sind tats├Ąchlich der Auffassung, dass menschlichen Embryonen dieselbe W├╝rde bzw. derselbe Lebensschutz zukommen m├╝sse wie erwachsenen Menschen. Der menschliche Entwicklungsprozess ist ein kontinuierlicher Vorgang. Daher sei es willk├╝rlich, wenn man einen solchen Einschnitt definieren wolle. Deshalb m├╝sse der W├╝rde- und Lebensschutz bereits mit dem Anfang der embryonalen Entwicklung einsetzen. So hat beispielsweise 1975 das Bundesverfassungsgericht argumentiert.

 

Andere sind dagegen der Auffassung, wer so argumentiere, begehe einen schlichten Fehlschluss. Dass ein Vorgang ein Kontinuum darstellt, also keine ÔÇ×Spr├╝ngeÔÇť macht, sagen sie, bedeute keineswegs, dass man keine gut oder willk├╝rfrei begr├╝ndeten Einschnitte machen k├Ânne. So seien wir beispielsweise durchaus in der Lage, zwischen einem Sandkorn und einem Sandhaufen zu unterscheiden ÔÇô auch wenn niemand sagen k├Ânne, welches einzelne Sandkorn aus der Ansammlung von Sandk├Ârnern einen Sandhaufen macht. Ebenso seien wir durchaus in der Lage, zwischen solchen Phasen der menschlichen Entwicklung, ab denen wir W├╝rde und Lebensschutz zuschreiben, und solchen, bei denen wir dies nicht tun, zu unterscheiden ÔÇô auch wenn m├Âglicherweise niemand den exakten Zeitpunkt angeben kann, ab dem ein Mensch diese Schutzanspr├╝che erwirbt.

 

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