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A bis Z:

Hier finden Sie wichtige Begriffe aus der Stammzellforschung und der Medizin.

AlleA B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V X Z

A

Adulte Stammzelle: Stammzellen im geborenen Organismus, im Gegensatz zu embryonalen Stammzellen. Sie regenerieren das Gewebe bei Verletzungen oder decken den Verbrauch kurzlebiger Zellen, beispielsweise im Knochenmark. Auch Stammzellen aus Nabelschnurblut gelten als adulte Stammzellen.
AIDS: Acquired Immune Deficiency Syndrome (Immundefektsyndrom), bezeichnet eine spezifische Kombination von Symptomen, die beim Menschen nach einer Infektion mit dem HI-Virus auftreten. Ist nicht heilbar, nur verzögerbar.
Allele: Als Allele werden die verschiedenen AusprĂ€gungen einer Gens bezeichnet. FĂŒr jedes Gen liegen im Zellkern zwei Allele vor (je eines auf dem mĂŒtterlich vererbten und je eines auf dem vĂ€terlich vererbten Chromosomensatz), die entweder identisch (homozygot) oder verschieden (heterozygot) sein können.
allogene Transplantation: Übertragung von Zellen, Geweben und Organen zwischen genetisch nicht identischen Mitgliedern derselben Spezies (Gegensatz: autologe Transplantation)
autologe Transplantation: Übertragung körpereigener Zellen oder Gewebe bzw. Übertragung von Zellen, Geweben und Organen zwischen genetisch identischen Patientinnen und Patienten (Gegensatz: allogene Transplantation)

B

Befruchtung, kĂŒnstliche: „Im-Glas-Befruchtung“: Es ist eine Methode, um eine Schwangerschaft herbeizufĂŒhren, wenn dies auf natĂŒrlichem Wege nicht möglich ist, also Befruchtung außerhalb des Mutterleibes
Blastomeren: Durch Furchung der Zygote entstehende Zellen.
Blastozyste: Ein Embryo etwa wĂ€hrend des 4. bis 7. Tages der Entwicklung. Die Blastozyste besteht aus einer Ă€ußeren ZellhĂŒlle, aus der sich die Plazentaanteile entwickeln (Trophoblast), und der inneren Zellmasse, aus der sich der Fetus entwickeln wird (Embryoblast).

C

Chemotherapie: Einsatz bestimmter Medikamente, um Tumorzellen (oder Bakterien) abzutöten oder ihre Vermehrung im Körper zu verhindern. Oft hat sie schwere Nebenwirkungen, wie z.B. die Zerstörung von Knochenmarkszellen, so dass sich kein Blut mehr bilden kann. Dies muss dann mit einer Knochenmarks- oder Blutstammzell- Transplantation behandelt werden.
chimĂ€r: Zellen und ZellverbĂ€nde, die aus der Übertragung von Zellkernen menschlicher Herkunft in Eizellen tierischer Herkunft hervorgehen, werden hinsichtlich ihres Erbmaterials als chimĂ€r bezeichnet, weil sie neben menschlicher Kern-DNA auch mitochondriale DNA tierischer Herkunft enthalten.
ChimĂ€re: Nicht einheitlich verwendeter Begriff fĂŒr Lebewesen oder Gewebe aus Zellen verschiedenen Genotyps (Gegensatz: Hybrid).
Chorea Huntington: Nicht heilbares, erbliches, spĂ€tmanifestierendes Nervenleiden, das meist zwischen dem 30. und 45. Lebensjahr auftritt und zu unwillkĂŒrlichen Bewegungsstörungen sowie geistigem Abbau fĂŒhrt.
Chromosomen: Aus DNA und Proteinen aufgebaute Bestandteile innerhalb eines Zellkerns, welche die Erbinformation enthalten und die sich bei ZellteilungsvorgÀngen mikroskopisch sichtbar zusammenballen. Mehr...
CRISPR/Cas9 Methode: Mit der CRISPR-Methode schützen sich Bakterien gegen angreifende Phagen und Viren. Die Grundlage ist ein Enzym namens Cas9, das mit Hilfe eines kurzen RNA-Abschnitts, der so genannten guide RNA, an seine Ziel-DNA geleitet wird. Mehr...

D

Differenzierung: Entwicklung einer Zelle zu einem spezifischen Zelltyp. Die Differenzierung von Stammzellen kann durch die Zugabe oder den Entzug bestimmter Wachstums- und Differenzierungsfaktoren eingeleitet werden (Transdifferenzierung)
Diphtherie: Vor allem bei Kindern auftretende, hÀufig tödlich verlaufende Infektionskrankheit der oberen Atemorgane. Ein Schutz durch Impfung ist möglich.
diploid: Bezeichnung fĂŒr einen Chromosomensatz, in dem jedes Chromosom zweifach vorhanden ist. Somatische Zellen weisen im Unterschied zu Keimzellen des Menschen einen diploiden Chromosomensatz auf (Gegensatz: haploid).
DNA, DNS: (auch: DesoxyribonukleinsĂ€ure) Stoff aus dem unsere Erbinformationen sind. Man kann sich die DNA als ein langes Band vorstellen, auf dem mit vier „Buchstaben“ die Informationen geschrieben stehen, die die Zellen benutzen, um zu wachsen und sich zu entwickeln.
DNA, mitochondriale: Innerhalb der Mitochondrien befindliche ringförmige, eigenstÀndige DNA, die nur von der Mutter weitervererbt wird.
Dopamin: Botenstoff zwischen Neuronen, der bei Parkinsonkranken in zu geringer Konzentration vorhanden ist.
dopaminerg: auf Dopamin ansprechend

E

Eizellspende: Eizellen einer Spenderin werden medikamentös zur Reifung angeregt und unter Narkose entnommen. Die so gewonnenen Eizellen werden kĂŒnstlich befruchtet und entweder einer anderen Frau eingesetzt oder zunĂ€chst tiefgefroren.
Embryo: Nicht einheitlich gebrauchter Begriff. In der Medizin meist die Leibesfrucht von der befruchteten Eizelle oder der Einnistung in den Uterus an bis zum Abschluss der Organbildung etwa 8 Wochen danach; in Abgrenzung zum Fetus. Nach § 8 des Embryonenschutzgesetzes (ESchG) gilt als Embryo bereits die befruchtete, entwicklungsfÀhige Eizelle vom Zeitpunkt der Kernverschmelzung.
Embryoblast: Die innere Zellmasse der Blastozyste zwischen 4. – 7. Tag nach der Befruchtung. Daraus entwickelt sich der Fötus.
Embryoidkörper: Zellkolonien aus noch nicht endgĂŒltig differenzierten Zellen, die sich in Kultur aus Stammzellen bilden können und Zellen aller drei KeimblĂ€tter enthalten.
Embryonale Keimzellen: (EG-Zellen) Stammzellen, die aus Keimzellen von fĂŒnf bis zehn Wochen alten Föten gewonnen werden. Keimzellen sind die Zellen, aus denen sich spĂ€ter die Teile der Geschlechtsorgane bilden, die Ei- oder Samenzellen produzieren. EG-Zellen haben nicht genau dieselben Eigenschaften wie embryonale Stammzellen.
Embryonale Stammzelle: Stammzellen, die aus der inneren Zellmasse von frĂŒhen Embryonen (5. – 6. Entwicklungstag, 100 – 150 Zellen) gewonnen werden. Dabei wird der Embryo zerstört. Sie sind pluripotent.
Embryonenadoption: Übertragung eines Embryos auf eine Frau, bei der es sich nicht um die genetische Mutter handelt, im Rahmen eines adoptionsĂ€hnlichen Verfahrens.
Embryonensplitting: Verfahren der kĂŒnstlichen Mehrlingsbildung, bei dem der Embryo im Zweizell- bis Blastozystenstadium durch mechanische Trennung des Zellverbandes in zwei, höchstens vier Teile aufgeteilt wird.
Enukleation: Entfernung des Kerngenoms, zum Beispiel aus einer Eizelle, zur Vorbereitung fĂŒr die Aufnahme einer Spenderzelle bzw. eines Spenderzellkerns.
epigenetisch: Sammelbezeichnung fĂŒr diejenigen EinflĂŒsse auf die Entwicklung eines Organismus, die nicht direkt in der Erbinformation kodiert sind und auf Interaktionen zwischen genetischen Faktoren oder zwischen genetischen Faktoren und Umweltfaktoren beruhen können.
Epithelzellen: Zellen, die Ă€ußere oder innere KörperoberflĂ€chen bedecken und aus dem Ă€ußeren der drei KeimblĂ€tter entstehen, zum Beispiel Hautzellen.
extrakorporal: außerhalb des Körpers verlaufend bzw. stattfindend
Extrakorporale Befruchtung: (auch In-Vitro-Fertilisation) „Im-Glas-Befruchtung“: Es ist eine Methode, um eine Schwangerschaft herbeizufĂŒhren, wenn dies auf natĂŒrlichem Wege nicht möglich ist, also Befruchtung außerhalb des Mutterleibes Mehr...

F

Fertilisation: Befruchtung. Prozess der Vereinigung einer Eizelle mit einer Samenzelle. Es entsteht eine befruchteten Eizelle (Zygote).
Forschungsklonen: (auch Therapeutisches Klonen) Man ersetzt den Zellkern einer Eizelle mit dem einer anderen Zelle (z.B. der Hautzelle einer erwachsenen Person).
Fötus: Nach deutschem Recht: die Frucht nach Abschluss der Einnistung in den Uterus. In der Medizin: Leibesfrucht nach Abschluss der Embryonalentwicklung, ab ca. der 9. Woche.

G

Gametentransfer: Übertragung von Keimzellen (Gameten)
Ganzheitsbildung: Von der FĂ€higkeit zur Ganzheitsbildung spricht man dann, wenn eine Zelle die reale Potenz besitzt, sich aus sich heraus zu einem ganzen Lebewesen, zum Beispiel einem Menschen, zu entwickeln (einschließlich der Plazenta).
Gastrulation: von griech. gaster (Magen) – Ausbildung der KeimblĂ€tter wĂ€hrend der Embryogenese der vielzelligen Tiere, zu denen auch der Mensch gehört.
Genexpression: Umsetzung der genetischen Information in ein Genprodukt, meist ein Protein.
Genom: Gesamtheit aller genetischen Informationen einer Zelle.
Genomanalyse: Untersuchungen auf verschiedenen Ebenen (PhĂ€notyp-Analysen, proteinchemische Analysen, zytogenetische Analysen, DNA-Analysen), die unmittelbar darauf abzielen, Aufschluss ĂŒber die genetische Ausstattung eines Lebewesens zu erhalten.
Genotyp: Sammelbegriff fĂŒr alle in den Genen eines Organismus festgelegten Erbinformationen, die sich im PhĂ€notyp manifestieren können.
Gestagen: Die Gestagene oder Gelbkörperhormone sind neben den Östrogenen die zweite wichtige Klasse der weiblichen Geschlechtshormone. Gestagene werden als VerhĂŒtungsmittel eingesetzt. Man bezeichnet sie auch als „Minipille“.
Gewebetypisierung: Bei einer Gewebetypisierung werden verschiedene Merkmale bestimmt, die zusammen eine EinschÀtzung der VertrÀglichkeit der Spenderzellen mit möglichen EmpfÀngerinnen oder EmpfÀngern bei einer Transplantation erlauben. Von besonderer Bedeutung sind dabei die sog. HLA-Merkmale (HistokompatibilitÀt).
GewebezĂŒchtung: (auch Tissue Engineering) Das Ziel des Tissue Engineering ist der teilweise oder vollstĂ€ndige Ersatz von beschĂ€digtem, funktionseingeschrĂ€nktem oder fehlendem Gewebe des Patienten durch Körperzellen, (komplex aufgebaute) Gewebe oder komplette Organsysteme vor allem fĂŒr Transplantationen.
Gonaden: GeschlechtsdrĂŒsen (Eierstöcke und Hoden) sowie die Zellen der KeimdrĂŒsen vor der Geschlechtsdifferenzierung.

H

hÀmatopoetisch: blutbildend
haploid: Bezeichnung fĂŒr einen Chromosomensatz, in dem jedes Chromosom nur einmal vorhanden ist. Die Keimzellen des Menschen weisen im Unterschied zu somatischen Zellen einen haploiden Chromosomensatz auf (diploid).
Herzinfarkt: Eine mangelhafte Durchblutung des Herzens ist weltweit die hĂ€ufigste Todesursache. Die Folge dieser Erkrankung ist das Absterben der Herzmuskelzelle, was zu einer verringerten Leistung des Herzens fĂŒhrt. Mehr...
hES: Humane embryonale Stammzellen, d.h. menschliche embryonale Stammzellen
heterozygot: „mischerbig“ fĂŒr ein bestimmtes Gen, d. h. die beiden Allele eines Gens sind nicht identisch (Gegensatz: homozygot).
HistokompatibilitÀt: GewebevertrÀglichkeit (Gewebetypisierung)
Hybrid: Nicht einheitlich verwendeter Begriff. Lebewesen, das aus einer Kreuzung zwischen artverschiedenen Eltern hervorgegangen ist. Bei Hybriden sind alle somatischen Zellen genetisch identisch (Gegensatz: ChimÀre).

I

Immunabwehr: Reaktion des Körpers. Immunzellen im Blut können die Zellen des eigenen Organismus von fremden Zellen unterscheiden. Sie greifen alles an, was fremd ist. Mehr...
Immunreaktion: Reaktion eines Organismus durch das körpereigene Abwehrsystem nach Kontakt mit Substanzen, die als fremd erkannt werden.
Immunsuppression: KĂŒnstlich herbeigefĂŒhrte UnterdrĂŒckung oder AbschwĂ€chung der Immunreaktionen eines Organismus, zum Beispiel zur Verhinderung der Abstoßung von Geweben, Zellen oder Organen in der Transplantationschirurgie. Mehr...
ImprÀgnierte Eizelle: Eizelle, bei der zwar schon ein Spermium eingedrungen ist, aber deren Zellkern noch nicht mit dem des Spermiums verschmolzen ist.
Imprinting: Unterschiedliche Expression eines Gens (Genexpression) oder einer Genregion auf Grund der elterlichen Herkunft eines Allels.
in vitro: lat. im Glas (Reagenzglas, Petrischale, o.Ă€.). Gemeint ist die Erzeugung außerhalb des Organismus, im Unterschied zu in vivo: im lebenden Organismus. Mehr...
in vivo: „im Lebenden“ – VorgĂ€nge, die im Körper ablaufen (Gegensatz: in vitro).
In-Vitro-Fertilisation: (auch Extrakorporale Befruchtung) „Im-Glas-Befruchtung“: Es ist eine Methode, um eine Schwangerschaft herbeizufĂŒhren, wenn dies auf natĂŒrlichem Wege nicht möglich ist, also Befruchtung außerhalb des Mutterleibes
intrauterin: innerhalb der GebĂ€rmutter (Uterus) liegend bzw. erfolgend.
ischĂ€misch: IschĂ€mie (griech. fĂŒr Blutleere) ist die Unterversorgung eines Gewebes (bzw. eines ganzen Organs) mit Sauerstoff.

J

juveniler Diabetes: Im Jugendalter aufgrund fortschreitender Zerstörung der Insulin produzierenden Zellen in der BauchspeicheldrĂŒse auftretende, genetisch prĂ€disponierte Form des Diabetes mellitus (Diabetes Typ I, Zuckerkrankheit).

K

Keimbahn: Alle Zellen, die in einer Zelllinie von der befruchteten Eizelle bis zu den Ei- und Samenzellen des aus ihr hervorgegangenen Lebewesens fĂŒhren, sowie die Eizelle vom Einbringen oder Eindringen der Samenzelle an bis zu der mit der Kernverschmelzung abgeschlossenen Befruchtung.
Keimbahn-Therapie: Ein therapeutischer Eingriff zur gezielten Reparatur eines defekten Gens in den Zellen der Keimbahn, d.h. in Ei- und Samenzellen. Mehr...
KeimblĂ€tter: Begriff aus der Entwicklungsbiologie der vielzelligen Tiere: erste Differenzierung eines Embryo in verschiedene Zellschichten, aus denen sich anschließend unterschiedliche Strukturen, Gewebe und Organe entwickeln. Es werden Entoderm (Innenschicht), Mesoderm (Mittelschicht) und Ektoderm (Aussenschicht) unterschieden.
Keimzellen: Eizellen und Samenzellen, auch Gameten genannt. Reife Keimzellen enthalten die Chromosomen in einfacher Kopie (haploider Chromosomensatz). Nach der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle liegt wieder ein doppelter (diploider) Chromosomensatz vor.
Keimzellen, primordiale: Zellen, aus denen ĂŒber eine Reihe von Entwicklungsstadien die Keimzellen entstehen.
Kerngenom: DNA des Zellkerns.
Kerntransfer, somatischer: (auch Klonen, therapeutisches) Eine Technik, mit der ein Zellkern einer Körperzelle in eine Eizelle, deren Zellkern zuvor entfernt wurde, ĂŒbertragen wird. Die so gebildete Zelle enthĂ€lt im Wesentlichen die Erbinformation der Körperzelle, aus der der Zellkern stammte. Das Verfahren wird auch als „therapeutisches Klonen“ bezeichnet.
klonen, klonieren: Kopieren und identisches Vermehren. Klone sind genidentische Kopien.
Klonen, therapeutisches: (auch Kerntransfer, somatischer) Eine Technik, mit der ein Zellkern einer Körperzelle in eine Eizelle, deren Zellkern zuvor entfernt wurde, ĂŒbertragen wird. Die so gebildete Zelle enthĂ€lt im Wesentlichen die Erbinformation der Körperzelle, aus der der Zellkern stammte. Das Verfahren wird auch als „therapeutisches Klonen“ bezeichnet.
Kontrazeptiva: VerhĂŒtungsmittel
Kryokonservierung: Bei -196°C erfolgende KÀlte- oder Tiefgefrierkonservierung regenerationsfÀhiger organischer Gewebe, Spermien und Eizellen.
kĂŒnstliche Befruchtung: (auch Extrakorporale Befruchtung) „Im-Glas-Befruchtung“: Es ist eine Methode, um eine Schwangerschaft herbeizufĂŒhren, wenn dies auf natĂŒrlichem Wege nicht möglich ist, also Befruchtung außerhalb des Mutterleibes

L

Lebererkrankung: Wenn die Leber dauerhaft geschĂ€digt ist, vermindern sich diverse Organfunktionen bis zum völligen Funktionsverlust. Zudem kommt es zu einem bindegewebigen Vernarbung der Leber, die zu einem RĂŒckstau so genannten Bauchwassers fĂŒhren kann. Mehr...

M

Malaria: Eine meldepflichtige Tropenkrankheit, die Symptome sind hohes, wiederkehrendes Fieber, SchĂŒttelfrost, Beschwerden des Magen-Darm-Traktes und KrĂ€mpfe. Besonders bei Kindern kann die Krankheit zu Koma und Tod fĂŒhren.
Malignom: bösartiges Geschwulst, von maligne: bösartig, ungĂŒnstig
Meiose, meiotische Teilung: von griech. meiono „vermindern, verkleinern“. Wird auch als Reifeteilung bezeichnet: eine besondere Form der Zellkernteilung, wobei im Unterschied zur gewöhnlichen Kernteilung, der Mitose, die Anzahl der Chromosomen vom doppelten (diploiden) auf den einfachen (haploiden) Satz reduziert wird. Findet bei Geschlechtszellen (Gameten), also Ei- und Samenzellen statt.
Mesenchym: Zellgewebe (embryonales Bindegewebe), das vom mittleren der drei KeimblĂ€tter abstammt und aus dem sich das StĂŒtz- und Bindegewebe, Muskelzellen, GefĂ€ĂŸendothelien u. a. entwickeln.
mitochondriale DNA: Innerhalb der Mitochondrien befindliche ringförmige, eigenstÀndige DNA, die nur von der Mutter weitervererbt wird.
Mitochondrien: Zellorganellen, die sich im Zytoplasma einer Zelle befinden und ein eigenes kleines Genom besitzen (beim Menschen 37 Gene). Mitochondrien sind wesentlich fĂŒr die Energiebereitstellung einer Zelle zustĂ€ndig („Kraftwerke“ der Zelle).
Morula: Embryonales Entwicklungsstadium, in dem die einzelnen Blastomeren nicht mehr erkennbar sind, sondern als geschlossener Zellverband erscheinen.
Mukoviszidose: lat. mucus „Schleim“ und viscidus „zĂ€h, klebrig“ (wird auch als „zystische Fibrose” bezeichnet). Eine genetisch bedingte, autosomal-rezessiv angeborene Stoffwechselerkrankung. Durch einen Gendefekt werden zĂ€hflĂŒssige Sekrete gebildet, die nur erschwert vom Körper abtransportiert werden können. Dadurch kommt es in den betroffenen Organen zu Funktionsstörungen unterschiedlicher Art.
multipotent: FÀhigkeit von Zellen, sich zu jeder Gewebeart zu differenzieren, jedoch nicht zu den drei KeimblÀttern.
Myelin: IsolationshĂŒlle, die bestimmte Nervenfasern spiralförmig umwickelt. Sie ist fĂŒr die störungsfreie Weiterleitung der elektrischen Impulse am Nerv entlang verantwortlich. Werden die Myelinscheiden zerstört, kommt es zum Verlust der LeitungsfĂ€higkeit.
myeloablativ: das funktionsfÀhige Knochenmark beseitigend
myelosuppressiv: die Funktion des Knochenmarks unterdrĂŒckend

N

Nabelschnurblut: Bei der Abnabelung in der Nabelschnur verbleibendes Restblut, das neonatale (Neugeborenen-)Stammzellen enthÀlt.
Nasciturus: „Einer, der geboren werden wird“; ungeborene Leibesfrucht.
neonatal: das Neugeborene betreffend.
Neuronen: Nervenzellen
Nidation: Einnistung der befruchteten Eizelle in die GebÀrmutterschleimhaut, beim Menschen ca. am 12. Tag nach der EmpfÀngnis.
Nukleotid: Einzelner DNA-Baustein, bestehend aus einer der vier Basen (Adenin, Cytosin, Guanin, Thymin), einem PhosphorsĂ€urerest und einem ZuckermolekĂŒl.

O

Ovulation: Als Ovulation, Eisprung oder Follikelsprung wird die Ausstoßung der unbefruchteten Eizelle aus dem Eierstock bezeichnet. Der Eisprung findet etwa zur Mitte des weiblichen Menstruationszyklus statt und ist die Voraussetzung fĂŒr die Befruchtung der Eizelle durch ein Spermium im Eileiter.  

P

Parthenogenese: von griech. „die Jungfrau“ und „die Entstehung, Geburt, Genese“, deswegen auch Jungfernzeugung oder Jungferngeburt genannt. Eine Form der eingeschlechtlichen Fortpflanzung. Dabei entstehen die Nachkommen aus unbefruchteten Eiern der Mutter.
peripartal: unter der Geburt
PhĂ€notyp: Äußere AusprĂ€gung eines Merkmals, das durch die Wechselwirkung zwischen der genetischen Information (Genotyp) und UmwelteinflĂŒssen entsteht.
Plazenta: Zum ĂŒberwiegenden Teil aus fetalem und zum kleineren Teil aus mĂŒtterlichen Zellen bestehender „Mutterkuchen“, der die ErnĂ€hrung des Feten (Austausch von Stoffwechselprodukten und Gasen) und die Produktion von verschiedenen Hormonen ĂŒbernimmt; wird nach der Geburt ausgestoßen (Nachgeburt).
pluripotent: Als pluripotent bezeichnet man Stammzellen, die fÀhig sind, sich zu Zellen der drei KeimblÀtter und der Keimbahn eines Organismus zu entwickeln. Somit können sie zu jedem Zelltyp eines Organismus differenzieren. Jedoch sind sie, im Gegensatz zu totipotenten Stammzellen, nicht mehr in der Lage, einen gesamten Organismus zu bilden.
Pluripotenz: Entwicklungspotenzial einer Zelle oder eines Gewebes, sich unter geeigneten Bedingungen in mehr als einen Zell- oder Gewebetyp differenzieren zu können. (Gegensatz: Totipotenz).
postmortal: nach dem Tod auftretend.
PotenzialitĂ€t: „Möglichkeit / FĂ€higkeit“ - beschreibt, zu was sich eine Stammzelle entwickeln kann (etwa zu einem ganzen Individuum, oder zu einer bestimmten Anzahl verschiedener Gewebetypen). Mehr...
PrĂ€-Embryo: Mitte der 80er Jahre eingefĂŒhrter Begriff fĂŒr den Embryo vor der Nidation. Es wird argumentiert, dass der Embryo vor der Nidation eine geringere SchutzwĂŒrdigkeit besitzt.
PrĂ€implantationsdiagnostik (PID): Untersuchungen eines Embryos, der durch In-Vitro-Fertilisation (kĂŒnstliche Befruchtung) erzeugt wurde, um Erbkrankheiten oder Chromosomenbesonderheiten festzustellen. Anhand der Ergebnisse wird festgelegt, ob der Embryo in eine Frau eingepflanzt wird, oder nicht.
prÀnatal: vorgeburtlich
PrÀvalenz: HÀufigkeitsrate einer bestimmten Krankheit oder eines bestimmten Merkmals zu einem gegebenen Zeitpunkt bzw. einer bestimmten Zeitperiode.
Primitivstreifen: Erste Symmetrieachse des Embryos; Voraussetzung fĂŒr die Bildung des Nervensystems. Nach ca. 14 Tagen der embryonalen Entwicklung bildet sich der Primitivstreifen, der die Achse des Embryos festlegt. Ab hier ist eine Mehrlingsbildung ausgeschlossen, die Gestaltwerdung des Embryos beginnt.
primordiale Keimzellen: Zellen, aus denen ĂŒber eine Reihe von Entwicklungsstadien die Keimzellen entstehen. Mehr...
Proliferation: Vermehrung
Proteine: Eiweiße

Q

QuerschnittlĂ€hmung: Die QuerschnittlĂ€hmung wird durch eine Unterbrechung des RĂŒckenmarks hervorgerufen und ist je nach Höhe der Verletzung im RĂŒckenmark mit unterschiedlich ausgeprĂ€gten Symptomen, wie LĂ€hmungen und Kontrollverlust ĂŒber einzelne Organe und Reflexe, verbunden. Mehr...

R

Reproduktives Klonen: Herstellung eines genetischen Doppelgängers. Man stellt einen Embryo her wie beim therapeutischen Klonen und setzt diesen dann in die Gebärmutter einer Frau, so dass er sich zu einem Kind entwickeln kann. Mehr...
Reprogrammierung: RĂŒckverwandlung einer Zelle in ein frĂŒheres Entwicklungsstadium (z. B. einer somatischen Zelle in ein pluripotentes oder totipotentes Stadium durch Umkehrung der funktionalen Ausdifferenzierung, die Zellen im Laufe ihrer Entwicklung durchlaufen und bei der unterschiedliche Gene aktiviert bzw. inaktiviert werden.

S

somatisch: den Körper betreffend Mehr...
Somatische Stammzelle: Stammzellen, die in den verschiedenen Geweben des Organismus vorkommen. Sie sind multipotent.
Somiten: eingedeutschtes Latein von somitus, sogenannte Ursegmente (Urwirbel), die vorĂŒbergehend in der embryonalen Entwicklung der Wirbeltiere auftreten.
Stammzell-Linie: Zellkulturen (in vitro), deren Zellen alle von einer einzigen Stammzelle abstammen.
Stammzelle: Jede Zelle, die sich selbst durch Zellteilung reproduzieren und sich zu spezialisierten Zellen weiter entwickeln kann (Differenzierung). Mehr...
Stammzelle, adulte: Stammzellen im geborenen Organismus, im Gegensatz zu embryonalen Stammzellen. Sie regenerieren das Gewebe bei Verletzungen oder decken den Verbrauch kurzlebiger Zellen, beispielsweise im Knochenmark. Auch Stammzellen aus Nabelschnurblut gelten als adulte Stammzellen.
Stammzelle, embryonale: Stammzellen, die aus der inneren Zellmasse von frĂŒhen Embryonen (5. – 6. Entwicklungstag, 100 – 150 Zellen) gewonnen werden. Dabei wird der Embryo zerstört. Sie sind pluripotent.
Stammzelle, multipotent: „Mehrfachkönner“ – Zelle hat die FĂ€higkeit, einige verschiedene spezialisierte Zellen und Gewebetypen zu bilden. Blutstammzellen bilden verschiedene Blutzellen, Knochenstammzellen bilden Knochenzellen etc.
Stammzelle, pluripotent: „Vieleskönner“ – Zelle hat die FĂ€higkeit, viele verschiedene spezialisierte Zellen und Gewebetypen zu bilden. Sie kann keinen ganzen Organismus mehr bilden. Embryonale Stammzellen aus der inneren Zellmasse gelten als pluripotent. Aus ethischen GrĂŒnden darf man das aber beim Menschen nicht prĂŒfen, denn man darf nicht mit menschlichen Embryonen experimentieren.
Stammzelle, somatische: Stammzellen, die in den verschiedenen Geweben des Organismus vorkommen. Sie sind multipotent.
Stammzelle, totipotent: „Alleskönner“ – Zelle hat die FĂ€higkeit, alle Gewebe des Körpers oder sogar einen ganzen Organismus zu bilden. Eine befruchtete Eizelle ist sozusagen die “ultimative” totipotente Zelle, denn aus ihr entwickelt sich jeder Mensch.
Stammzellen, allogene: Stammzellen, die von einer anderen Person stammen, als die, der sie eingesetzt werden.
Stammzellen, autologe: Stammzellen, die von der Person stammen, der sie wieder eingesetzt werden.
Stammzellen, induzierte: Hautzellen eines Erwachsenen werden durch Retroviren, die TrĂ€ger bestimmter Gene sind, dazu angeregt, sich wieder in embryonale Zellen zurĂŒck zu entwickeln.
Stammzellen, neonatal: Zellen aus dem Blut der Nabelschnur und der Plazenta. Sie sind eine Art adulter Stammzellen, die Blut bilden können (multipotent). Sie können ohne Gefahr fĂŒr Mutter und Kind bei der Geburt entnommen werden.
Stammzellforschung: In Tierversuchen werden Stammzellen eingesetzt, um Tumore zu behandeln. Man forscht ĂŒber den Einsatz bei Herzinfarkten, wo Stammzellen geschĂ€digte Gewebe ersetzen sollen. DarĂŒber hinaus wird in vitro versucht, Gewebe, Organe, Knochen oder Knorpel aus Stammzellen zu zĂŒchten.

T

Teratom: eine Mischgeschwulst, in der Zellen aller 3 KeimblÀtter enthalten sind. Es besteht aus verschiedenen differenzierten und undifferenzierten Geweben.
Therapeutisches Klonen: (auch Forschungsklonen) Man ersetzt den Zellkern einer Eizelle mit dem einer anderen Zelle (z.B. der Hautzelle einer erwachsenen Person). Mehr...
Tissue Engineering: (auch GewebezĂŒchtung) Das Ziel des Tissue Engineering ist der teilweise oder vollstĂ€ndige Ersatz von beschĂ€digtem, funktionseingeschrĂ€nktem oder fehlendem Gewebe des Patienten durch Körperzellen, (komplex aufgebaute) Gewebe oder komplette Organsysteme vor allem fĂŒr Transplantationen. Mehr...
totipotent: FĂ€higkeit, sich in alle Gewebe des Organismus, einschließlich der embryonalen Anteile an der Plazenta, zu entwickeln. Die Eizelle oder Oozyt ist totipotent.
Totipotenz: Die Begriffe Totipotenz und Pluripotenz werden in der naturwissenschaftlichen Literatur uneinheitlich verwendet. In der klassischen Embryologie wird die Totipotenz einer Zelle als die FĂ€higkeit verstanden, sich zu einem ganzen Individuum zu entwickeln. Mehr...
ToxizitĂ€tsprĂŒfung: ÜberprĂŒfung der Giftigkeit einer Substanz, zum Beispiel im Tierversuch, Humanversuch oder an Zellkulturen.
Transdifferenzierung: Entwicklung einer Zelle zu einem Zelltyp, der nicht zum bisherigen Entwicklungsspektrum dieser Zelle gehört, ohne durch Reprogrammierung frühere Entwicklungsstadien zu durchlaufen. Mehr...
Transfusion: Übertragung von Blut oder Blutbestandteilen einer Spenderin bzw. eines Spenders auf einen anderen Menschen.
Transplantation, allogene: Übertragung von Zellen, Geweben und Organen zwischen genetisch nicht identischen Mitgliedern derselben Spezies (Gegensatz: autologe Transplantation)
Transplantation, autologe: Übertragung körpereigener Zellen oder Gewebe bzw. Übertragung von Zellen, Geweben und Organen zwischen genetisch identischen Patientinnen und Patienten (Gegensatz: allogene Transplantation)
Trophektoderm: (auch Trophoblast) Äußere Zellschicht der Blastozyste zwischen 4.-7. Tag nach der Befruchtung, aus der sich die Plazenta und die Nabelschnur entwickeln.
Trophoblast: (auch Trophektoderm) Äußere Zellschicht der Blastozyste zwischen 4.-7. Tag nach der Befruchtung, aus der sich die Plazenta und die Nabelschnur entwickeln.
Tutiorismus: von lat. tutior (Komparativ von tutus: „sicher“). Als Tutiorismus wird eine ethische Position bezeichnet, die sich bei unklaren Folgen einer möglichen Entscheidung stets fĂŒr die sicherere von zwei Möglichkeiten entscheidet.

U

ÜberzĂ€hlige Embryonen: Bezeichnung fĂŒr Embryonen, die bei einer Fruchtbarkeitsbehandlung ĂŒbrig bleiben und eingefroren werden.

V

Vorkernstadium: Zustand von Eizellen, bei denen nach Eindringen des Spermiums die Befruchtung begonnen hat, aber noch keine Verschmelzung der Kerne von Ei- und Samenzelle erfolgt ist. Dieses Zellstadium darf nach deutschem Recht eingefroren werden, da es nach dem Embryonenschutzgesetz noch nicht als Embryo gilt.
VorlĂ€uferzelle: Zelle, aus der ĂŒber eine Reihe von Entwicklungsstadien ein bestimmter Zelltyp entsteht.

X

xenogen: speziesfremd
Xenotransplantation: Übertragung von lebens- und funktionstĂŒchtigen Zellen oder ZellverbĂ€nden (einschließlich ganzer Organe oder Körperteile) zwischen verschiedenen Spezies. Hiervon ist die Allotransplantation abzugrenzen, bei der die Übertragung zwischen genetisch verschiedenen Individuen derselben Spezies durchgefĂŒhrt wird.

Z

Zellen: Kleinste biologische Einheit, aus denen sich alle Organismen zusammensetzen. Der Mensch hat etwa 200 verschiedene Arten von spezialisierten Zellen, wie zum Beispiel Hautzellen, Blutzellen, Leberzellen.
Zellkern: EnthĂ€lt die DNA in Form der Chromosomen, also alle genetischen Informationen, die die Zelle benutzt, um sich zu entwickeln und ihre Funktion innerhalb des Körpers auszuĂŒben.
Zellkultur: Zellen, die man in einer Petrischale kultiviert (in vitro).
Zelllinie: Eine Zellkultur, die in speziellen NĂ€hrmedien ĂŒber lĂ€ngere ZeitrĂ€ume kultiviert werden kann und die spezifische Eigenschaften aufweist.
Zygote: Befruchtete, diploide Eizelle als Produkt der Verschmelzung der Zellkerne von Ei- und Samenzelle, Ausgangszelle der embryonalen Entwicklung (Embryo).
Max-Planck-Institut fĂŒr molekulare Biomedizin Institut fĂŒr Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen Centrum fĂŒr Bioethik - WestfĂ€lische Wilhelms-UniversitĂ€t MĂŒnster Zentrum der Didaktik fĂŒr Biologie - WestfĂ€lische Wilhelms-UniversitĂ€t MĂŒnster UniversitĂ€tsklinikum MĂŒnster Bundesministerium fĂŒr Bildung und Forschung